Vereinschronik
Ein
geschichtlicher
Abriss der
Schachfreunde Achim
10.06.2005 -
von Karlheinz Gerhold
Genauso wie die Entstehung des Schachs
selbst liegt auch die Entstehung
des Schachsports in Achim im Dunkeln. Es ist lediglich erwiesen, dass
es bereits Anfang der 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts in Achim
einen
Schachclub gab, der sich auch an Mannschaftsmeisterschaften und anderen
Turnieren beteiligt. Uns liegt ein Dokument vor, das als Beleg für
diese Aussage zu nennen ist. Am 13. November 1999 hielt Diedrich Claus
aus Sottrum anlässlich des 40-jährigen Bestehens des
Schachclubs Sottrum die Festansprache im Gasthaus Röhrs.
Darin berichtete er über seine Zeit als Mitglied des alten Achimer
Schachclubs:
„Sehen Sie es mir nach, wenn ich, bevor ich auf die großen
Sottrumer Turniere zu sprechen komme, ein eigenes Erlebnis schildere:
Am 20. November 1932 gab mir der Schachclub in Achim, dem ich als
18jähriger seit einem Jahr angehörte, die Gelegenheit, an
einem großen Turnier mit dem russischen Großmeister
Bogoljubow im Simultan- und Blindspiel teilzunehmen. Es fand im Hotel
„Nordischer Hof“ in Bremen, Ecke Bahnhofstraße / Breitenweg,
statt.
Die in der Nähe Bremens liegenden Vereine durften je einen
Teilnehmer entsenden.
Wer je schon einmal die
Gelegenheit hatte, ein großes
Schachturnier, sei es als Mitspieler oder als stiller Zuschauer,
mitzuerleben, der ahnt etwas von der magischen Anziehungskraft dieses
Spiels, wenn er seine Jünger stundenlang, weltvergessend,
über das Brett gebeugt dasitzen sieht. Äußerlich
erscheinen sie voller Gleichmut, innerlich aber sind sie angespannt bis
in die letzte Nervenfaser. Unbestechlich tickt die Turnieruhr neben dem
Brett und schafft ein eigenartiges prickelndes Fluidum. So hat es Dr.
Werner Lauterbach in seinem 1957 herausgegebenen Buch „Das unsterbliche
Spiel“ beschrieben und so habe ich es 1932 im großen Spiel mit
einem „großen“ Spieler intensiv empfunden. Bogoljubow spielte
simultan, gleichzeitig, gegen 44 wahrlich nicht unbedarfte Spieler,
gewann 27 Partien, remisierte 13 (darunter ich) und hat 4 verloren.
Fünf Stunden hat dieser robuste und begabte Russe es auf sich
nehmen müssen. Als Auftakt hatte er schon zur Demonstration
mehrere Partien blind simultan gespielt.“
Ein weiteres Relikt aus der
Zeit des
Achimer Schachsports vor dem 2.
Weltkrieg ist ein hölzerner Kasten zur Aufbewahrung der
Schachfiguren mit der Aufschrift „Schachclub, Marschhausen“²). Das
weist wohl auf das damalige Vereinslokal Gaststätte Odeon, Inhaber
Marschhausen, in der Obernstraße hin.
Denkbar ist, dass der erste Achimer Schachclub im Rahmen der
Gründungswelle von Arbeiter- Schachvereinen nach dem 1. Weltkrieg
ins Leben gerufen wurde. ³)
Hier bedarf es noch weiterer
Forschungen und Recherchen. Wer etwas
über diese frühere Zeit des Achimer Schachsports beisteuern
kann, ist aufgerufen, sich beim Vorstand zu melden. Gesucht werden
Turnierergebnisse, Spielberichte, Fotos, Presseberichte, Notationen
alter Partien, Protokolle und andere Urkunden aus den 20er bis 60er
Jahren.
Allen, die Informationen und
Dokumentationen für diese
Vereinschronik zur Verfügung gestellt haben, danke ich herzlich.
Mag diese Vereinsgeschichte
einen
Beitrag dazu liefern, dass der
Schachsport in Achim weiterhin gedeihlich gepflegt wird und auf gute
Resonanz stößt. Seine Bedeutung für die Entwicklung
klaren Denkens, guter Konzentrations- und Kombinationsfähigkeit,
gradliniger Logik, aber auch sozialer Kompetenzen durch geselliges
Vereinsleben ist gerade in der heutigen hektischen, globalisierten und
technisierten Welt gewachsen. Schulschach könnte man sich gut als
Wahlfach vorstellen.4) Schach ist eben doch die
schönste Nebensache der Welt!
1.
die
Gründung des Vereins
Auch wenn die Wurzeln des Schachsports in Achim bis in die 20-er Jahre
des 20. Jahrhunderts zurückreichen, steht eines fest:
Der heute aktive Verein, der
den
Schachsport in Achim seit 5
Jahrzehnten pflegt und fördert, wurde jedenfalls am 18. Juli 1951
im Bahnhofshotel Achim gegründet:
In der Niederschrift über die Entstehung des Schachvereins im
Jahre 1951 heißt es: „Im Juli des Jahres trafen sich einige
Schachspieler zu Spielabenden im Bahnhofshotel Achim.
Nachdem sich im
Laufe der nächsten Wochen etwa 16 Schachfreunde zusammengefunden
hatten, wurde die Gründung eines Vereins beschlossen. Am 18. Juli
1951 wurde dann der Verein gegründet. Herr Theiß wandte sich
mit einigen Worten an die anwesenden Schachspieler und brachte als 1.
Vorsitzenden des Vereins Herrn Küchler, als Schriftführer und
Kassierer Herrn Gutzeit und als technischen Spielleiter Herr Schubert
in Vorschlag. Da andere Vorschläge nicht gemacht wurden, fand eine
Abstimmung statt, wobei die genannten Personen einstimmig gewählt
wurden.“ Damit war der Achimer Schachverein entstanden.
2.
Die
50-er und 60-er Jahre
In der Anfangszeit des Achimer
Schachvereins, der sich im Bahnhofshotel
(„Hotel zur Post“) zum Schachtraining traf, war Helmut Bosenius der
beste Vereinsspieler; er gewann die Vereinsmeisterschaft 1951 bis 1956.
Helmut Bosenius (* 18.8.1911
Düren, ? 20.1.1979 Achim) war in den
50-er Jahren Mitglied des Rates der Stadt Achim und Vorsitzender des
SPD-Ortsvereins Achim in den Jahren 1951 bis 1956.
Bereits im Jahre 1953 zwei
Jahre nach
der Vereinsgründung
veranstalteten die Schachfreunde Achim unter Leitung ihres
Vereinsvorsitzenden Adolf Küchler im Vereinslokal „Bahnhofshotel“
ein großes Schachturnier mit 128 Teilnehmern an 64 Brettern.
Im gleichen Jahr folgte der Beitritt zum Deutschen Schachbund.
1954 wechselten die
Schachfreunde
Achim ihr Vereinslokal: für
mehrere Jahrzehnte spielten sie in der Gaststätte Helmut
Jäger (bis in die 80-er Jahre). Danach waren das Gasthaus
Schäfer in Uesen, Gasthaus „Hannover“, das Schützenhaus Achim
(Am Freibad) und schließlich bis heute das TSV-Jugend- und
Sportheim (Am Freibad)Spiel- und Übungsstätte. Ihre Turniere
und Mannschaftsmeisterschaftspiele absolvieren die Achimer
Schachsportler im Kulturhaus Alter Schützenhof (KASCH), dessen
Trägerverein sie als Mitglied angehören. Turniere fanden in
letzter Zeit auch in Gieschens Hotel, im Haus Clüver, in der
Pausenhalle der Realschule und im Schulzentrum statt.
Zur Begeisterung und Gewinnung
weiterer Spieler als Vereinsmitglieder
wurden in den 50-er Jahren mehre Werbeturniere durchgeführt.
Seit vielen Jahren beteiligen
sich
die Schachfreunde Achim an den
Mannschaftsmeisterschaften des Landesschachbundes Bremen, dem sie als
niedersächsischer Verein wegen der Ortsnähe und der so
geringeren Anfahrtswege angehören. Im Jahre 1968 gewinnt Achim die
Mannschaftsmeisterschaft in der A-Klasse, was den Aufstieg in die
Aufstiegsliga bedeutet.
Hubert Sturm gewinnt in den
60-ern
dreimal die Vereinsmeisterschaft
(1965, 1966, 1967) und wird damit zum besten Achimer Schachspieler; den
Titel des Vereinsmeisters errangen Werner Schubert (1962), Eilhard
Feldkamp (1964 und 1969) und Schachfreund Schellhorn (1968).
3.
Die
70-er Jahre
Seit
Gründung des Vereins führte Adolf Küchler die
Geschicke des Vereins als Vorsitzender.
1974 wird neben der
Achtermannschaft
Achim I eine zweite Auswahl
für die Teilnahme an den Mannschaftsmeisterschaften des
Landesschachbundes Bremen gemeldet. Im Jahre 1975 gelingt den
Schachfreunden mit dem Gewinn der Mannschaftsmeisterschaft in der
Aufstiegsliga der Einzug in die Landesliga. Für den kleinen Verein
des Weserstädtchens Achim eine beachtliche Leistung.
Aus Anlass des 25-jährigen
Vereinsjubiläums veranstaltet der
Verein ein Festprogramm, unter anderem ein Simultanturnier mit dem
Bundesliga-Spieler C.D. Meyer aus Bremen.
Nach 25 Jahren Amtszeit als
Vereinsvoristzender kandidiert Adolf
Küchler nicht wieder. Zu seinem Nachfolger bestimmt die
Mitgliederversammlung Holger Wöltje.
Am 25. August 1977 traten 15
Achimer
Schachsspieler in der
Steuben-Kaserne gegen den Delmenhorster Bundesligaspieler Egon Ditt an,
der simultan spielte. Immer gelang es den Spielern Früchtenicht,
Gerhold, Daust, Krappe und Sturm, den prominenten Gegner zu besiegen.
Im September 1977 gewann Achim I den Jubiläums-Pokal der
Schachgemeinschaft Brinkum: Die erfolgreiche Achter-Mannschaft bestand
aus Wöltje, Schubert, Krappe, Sturm, Danneberg, Repschläger,
Baumann und Gerhold.
Die Jahreshauptversammlung
wählte im Oktober 1977 einen neuen
Vorstand: Hubert Sturm (1. Vorsitzender), der seit dem dieses Amt
bekleidet, Karlheinz Gerhold (2. Vorsitzender und gleichzeitig
Schriftführer und Leiter der Jugendabteilung), Dirk Ehlers
(Turnierleiter) und Walter Haß (Kassenverwalter).
Der von Holger Wöltje initiierte und von Karlheinz Gerhold
fortgeführte Aufbau einer Jugendabteilung zeitigt 1978 erste
Erfolge.
Acht Nachwuchsspieler erwerden die Bauern-Diplome, eine Auszeichnung
nach Ablegung der offiziellen Schachprüfung des Deutschen
Schachbundes.
Außerdem fanden etliche Jugendmannschaftsvergleiche statt:
Mannschaftsvergleiche der Jugendabteilung:
22.1.1978: Achim - Schwimmabt. TSV Achim
5 - 0
28.5.1978: Achim - Kl. 9 d des Gymnasiums
Achim 4 ½ - 3 ½
22.11.1978: Achim - Kl. 10 des Gymnasiums Achim
4 - 4
18.2.1979: Achim - Schwimmabtl. TSV
Achim
5 - 3
1.7.1979: Achim - Schachklub
Verden
5 - 3
2.12.1979: Achim - Schachklub
Verden
5 - 5
15.6.1980: Achim - Schachklub
Bremen-Nord
5 ½ - 2 ½
22.6.1980: Achim - Reichsberufsbildungswerk
Bremen
4 - 2
14.9.1986: Achim - Schachklub Verden
(Jugend-Kreismeisterschaft) 3 ½ - 4 ½
15.3.1987: Achim - Schachklub Verden
(Jugend-Kreismeisterschaft 6 - 2
Erster Jugendmeister in der neu gegründeten Jugendabteilung der
Schachfreunde Achim wird 1978 Jens Barmbold.
Nachfolger des langjährigen Kassenwartes Walter Haß wurde
1978 Horst Danneberg, der seit dem dieses Amt ausübt.
1978 gewinnt Andreas Fiefeck aus Achim den Lilienthaler
Schülerpokal.
Achim I wird Vizemeister in der Stadtliga.
1979 gelingt Achim I der Gewinn
der
Mannschaftsmeisterschaft in der
Stadtliga Bremen und damit der Aufstieg in die neuorganisierte
Landesliga West. Der Aufstieg stellt für Achim den bisher
größten sportlichen Erfolg seit Bestehen des Vereins. Die
siegreiche Mannschaft bestand aus folgenden Spielern: Hubert Sturm,
Holger Wöltje, Wolfgang Krappe, günter Osthorst, Rolf
Früchtenicht, Horst Danneberg, Werner Schubert, Hermann
Repschläger und Karl Baumann.
Erstmalig nehmen 1979 drei Achimer Mannschaften an den Meisterschaften
der Schachligen teil.
Die Mitgliederzahl hat sich in
den
letzten Jahren der 70-er verdoppelt.
Der neue Vorstand mit Hubert Sturm, Karlheinz Gerhold und Horst
Danneberg führt eine wegweisende Reorganisation des Vereins durch
mit Erstellung einer neuen Vereinssatzung, Mitglieds- und
Turnierordnung und einer Eintragung des Vereins in Vereinsregister.
In den 70-ern gewannen die
Vereinsmeisterschaft Karl Baumann (1970),
Wolfgang Krappe (1971 und 1974), Adolf Küchler (1972), Hermann
Repschläger (1973), Günter Osthorst (1975 und 1979), Werner
Schubert (1976) und Holger Wöltje (1977 und 1978). Neu
eingeführt wurde das Vereinspokalturnier, das je nach
Spielstärke (anhand der Ingo-Zahlen ermittelt) Handikaps für
bessere Spieler vor (z.B. mussten bessere Spieler mehr Siege
verzeichnen, um sich für die nächste Runde nach dem KO-System
zu qualifizieren): Den Vereinspokal gewannen Karl Baumann (1973),
Hermann Repschläger (1975), Hubert Sturm (1977) und Karlheinz
Gerhold (1979).
4.
Die
80-er Jahre
Die
Mitgliederzahlen der
Schachfreunde Achim steigen auf über 50 Personen, darunter viele
jugendliche Nachwuchsspieler.
1980 wird Achim II Mannschaftsmeister in der B-Klasse und schafft mit
einem zweiten Platz in der Aufstiegsrunde den Aufstieg in die A-Klasse
Bremen:
Karlheinz Gerhold (Brett 1),
Dirk
Ehlers (2), Hermann Repschläger
(3), Ulrike Vetter (4), Holger Ringkowski (5), Hartmut Meyer (6),
Matthias Westphal (7), Michael Bergerhoff (8; bester Mannschaftsspieler
war Karlheinz Gerhold mit 8 ½ Punkten aus 10 Partien.
Die Schachfreunde Achim spielen mit ihrer ersten Mannschaft in der
vierthöchsten Schachliga, der Landesliga.
Es lässt sich ein allgemeiner
Aufschwung des Schachsports
verzeichnen: Schach wird als Sport anerkannt und in die Abgabenordnung
als förderungswürdiger Zweck aufgenommen. Er entwickelt sich
als Breitensport und das königliche Spiel wird volkstümlich.
Dazu haben sicherlich auch die Teilnahme des deutschen Schachprofis
Robert Hübner an den Kandidatenturnieren zur
Schachweltmeisterschaft und die Entwicklung des Computerschachs
beigetragen.
1980 wird Karlheinz Gerhold als
Delegierter der Schachfreunde Achim von
der Vollversammlung des Stadtjugendringes Achim zum 1. Vorsitzenden des
Jugendringes gewählt, dieses Amt übt er bis 1987 aus.
Seit 1984 bieten die
Schachfreunde
Achim im Rahmen des städtischen
Ferienspaßprogrammes im Sommer ein alljährliches
Jugendschachturnier an. Gewinner waren Torge Schmidt (1984), Matthias
Rutz (1985), Michael Hävecker (1986), Oliver Müller (1987),
Andreas Fricke (1988) und Tim Weber (1989).
Die Jugendvereinsmeisterschaft
gewannen in den 80-ern Andreas Fiefeck
(1980 und 1981), Matthias Westphal (1982), Volker Schröder (1983),
Torsten Vetter (1984), Michael Hävecker (1985 und 1986), Jens
Bielefeld (1987), Tim Krieger (1988) und Tim Weber (1989). Michael
Hävecker wurde 1986 sogar Vizemeister der Bremer
A-Jugendeinzelmeisterschaft und qualifiziert sich so für die
Teilnahme an der Deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaft. 1987 wird
die Achimer Jugendmannschaft, bestehend aus Michael Hävecker, Jens
Bielefeld, Tim Weber, Tim Krieger, Matthias Weber, Markus Wilks, Jens
Siedekum und Sven Lothwesen durch einen 6:2-Punkte-Erfolg über
Verden Kreis-Jugend-Mannschaftsmeister.
Vereinsmeister wurden in den
80-ern
Dr. Armin Sausmikat (1980 und
1988), Hubert Sturm (1981), Matthias Westphal (1982, 1984, 1987 und
1989), Jens Barmbold (1983), Torsten Vetter (1985) und Rolf
Früchtenicht (1986). Mit Barmbold, Westphal und Vetter wurden
somit drei Nachwuchstalente aus der Jugendabteilung beste Achimer
Schachspieler.
Gewinner des Vereinspokals wurden in den 80-ern Hermann
Repschläger (1982), Matthias Westphal (1984), Hubert Sturm (1985
und 1989), Torsten Vetter (1986 und 1991), Andreas Fiefeck (1987),
Martin Hermann (1988), Thomas Becker (1989).
Das Amt des Turnierleiters der
Schachfreunde Achim übernimmt nach
Wolfgang Krappe (bis 1982), Andreas Fiefeck (1982), Jürgen
Atzpodien (1983-1985), Torsten Vetter (1985) ab 1987 Thomas Becker, der
auch Mitglied des Vorstandes des Landesschachbundes wird. Unter der
Leitung von Thomas Becker richten die Schachfreunde Achim seit Ende der
80-er Jahre etliche große Turniere des Landesschachbundes in
Achim aus. Achim entwickelt sich zu einer Hochburg des Schachs.
Am 15. September 1985 findet
die
Bremer Mannschaftsblitzmeisterschaft
in Achim statt: Werder II siegt mit 22 Zählern ungeschlagen vor
Werder I und Loxstedt I.
Mit 6:4 und 5 ½ zu 4 ½
Punkten gewinnt Achim 1985 die
inoffizielle Kreismeisterschaft gegen den SK Verden I, 1986 und 1987
kann Achim diesen Titel verteidigen, während er 1988, 1989 und
1990 an Verden geht.
Zum 80. Geburtstag erhielt Gründungsmitglied Heinz Vogelsang 1988
einen Geschenkkorb.
Achim I spielt seit 1988 in der Verbandsliga Nord, der
fünfthöchsten Schachliga.
5.
Die
90-er Jahre
Unter
dem
Motto „900 Jahre Achim – 40
Jahre Schachfreunde Achim“ nimmt
der Verein an den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich der
ersten urkundlichen Erwähnung Achims im Jahre 1091 teil, unter
anderem mit der Ausrichtung der Bremer Schacheinzelmeisterschaft im
KASCH. Erst ein Stichkampf entschied schließlich diese
Meisterschaft zugunsten von Olaf Pienski aus Leherheide, vor dem
Achimer Nachwuchstalent Michael Hävecker, der Vizemeister 1991
wurde. Bei der ersten offenen Achimer Schüler-Schachmeisterschaft
1991 siegte Raimund Klein aus Etelsen.
Am 4. Oktober 1991 folgte der
Großmeister Vlastimil Hort einer Einladung der Schachfreunde
Achim zu einem Simultanturnier. Er trat in Gieschens Hotel gegen 36
Schachspieler gleichzeitig an und musste neben acht Remis nur zwei
Partien verloren geben. Am 28. und 29. September 1991 veranstalteten
die Schachfreunde Achim unter Leitung von Thomas Becker die erste
offene Achimer Stadtmeisterschaft, die Eckhard Enneper von der
Schachvereinigung Hannover gewann. Die 2. Offene Achimer
Stadtmeisterschaft am 3. und 4. Oktober 1992 gewann Martin Forchert von
den Findorffer Schachfreunden vor dem Achimer Matthias Westphal.
Die Bremer
Schacheinzelmeisterschaft
1992 richteten erneut die
Schachfreunde Achim unter Leitung von Thomas Becker aus: Michael Bruns
vom TV Arbergen siegte vor dem Achimer Michael Hävecker, der damit
seinen Titel als Vizemeister verteidigen konnte.
In der Saison 1992/93 spielten
die
beiden kreisverdener Vereine Achim
und Verden in einer Spielgemeinschaft in der Verbandsliga. Die
Bemühungen beider Vereine zur Stärkung ihrer
Spielqualität in einem Verein zu fusionieren, scheiterten 1993 an
der verweigerten Genehmigung durch den Landesschachbund Niedersachsen.
Achim verlor daraufhin einige seiner besten Spieler, die sich dem SK
Verden anschlossen.
Achim I muss daher ab der Saison 1993/94 in der A-Klasse spielen.
Erneut fand die Einzelmeisterschaft des Landesschachbundes Bremen 1993
im KASCH in Achim statt: Es gewann Davor Krajina von der Bremer
Schachgesellschaft.
Die Bremer Einzelmeisterschaft
1994
fand auch in Achim statt vom 27.
März bis zum 2. April 1994 im KASCH. Es gewann Irmin Meyer.
Erstmals meldeten die SF Achim
für die Saison 1994/95 fünf
Mannschaften zur Teilnahme an den Mannschaftsmeisterschaften: Achim I
in der A-Klasse, Achim II in der C-Klasse, Achim III in der D-Klasse
und zwei Jugendmannschaften in der Jugendliga.
Nach 17 Jahren Vorstandsarbeit
als 2.
Vorsitzender, zuständig
für Presse-, Öffentlichkeits- und Jugendarbeit im Verein,
schied Karlheinz Gerhold 1994 aus dem Vorstand aus. Sein Nachfolger
wurde Kurt Fehsenfeld. Die Einzelmeisterschaft des Landesschachbundes
Bremen fand vom 7. bis zum 15. April 1995 im Haus Clüver Achim
unter der bewährten Leitung von Thomas Becker statt: Sieger wurde
Kai Wesseln (Delmenhorst). Thomas Runde gibt seit 1995 den Mitgliedern
der Jugendabteilung professionelles Schachtraining. 1996 nahmen die
Achimer Alexander Paeschke und Frithjof Fehsenfeld an der Deutschen
Jugendschachmeisterschaft in Pinneberg teil.
In der Folgezeit ergaben sich
große Erfolge für die
Jugendabteilung der Schachfreunde Achim als Folge der professionellen
Jugend- und Trainingsarbeit. Folgende Achimer Nachwuchstalente siegten:
1997: Frithjof Fehsenfeld wird Bremer Landesmeister U 11 und U 13,
Philipp Krügel Vizemeister U 13;
1998: Frithjof Fehsenfeld wird Bremer Landesmeister U 13;
1999: Kai Rudolph wird Bremer Landesmeister U 14, Florian Krügel
Vizemeister U 16;
2000: Frithjof Fehsenfeld wird Bremer Landesmeister U 14;
2001: Frithjof Fehsenfeld wird Bremer Landesmeister U 16; Frauke
Fehsenfeld Vizemeisterin U 14-Mädchen.
Seit dem Gewinn der Bremer
Jugendmannschaftsmeisterschaft 1999
kämpft die Achimer Jugend-Sechsermannschaft in der
Jugendbundesliga Nord um Sieg und Niederlage.
Seit 1990 unterstützen die
Schachfreunde Achim das
Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium und die OS Baden und Am Markt bei der
Ausrichtung von Schülerschachmeisterschaften und der Abnahme der
Schach-Diplom-Prüfungen.
Verein-Jugendmeister wurden in
den
90-ern Michael Pape (1990), Raimund
Klein (1991, 1992, 1993 und 1995), Stephan Genske (1994), Alexander
Paeschke (1996), Kai Rudolph (1998 und 1999) und Frithjof Fehsenfeld
(2001).
Die Gewinner der
Ferienspaß-Turniere waren Ulf-Theo Fuhrmeister
(1990), Raimund Klein (1991 und 1993), Martin Stobbe (1992), Alexander
Jung (1994), Hans-Christian Windrich (1995 und 1996), Frithjof
Fehsenfeld (1997 und 1998) und Markus Ernst (1999).
Vereinsmeister der 90-er wurden Torsten Vetter (1990), Hubert Sturm
(1991, 1992, 1994 – 2000) und Matthias Schlittgen (1993).
Im Jahre 2000 wurde Achim I Mannschaftsmeister in der B-Klasse und
stieg in die Bremer A-Klasse auf.
Die Bremer Einzelmeisterschaft
2000
fand wieder in Achim in der
Realschule statt: Sieger wurde JM Gerlet Meins von SV Werder. Der
Achimer Christian Kühn belegte Rang 12. Bei der Deutschen
Jugendmeisterschaft 2000 in Überlingen belegte Frithjof Fehsenfeld
Rang 13 der U 14, gleichzeitig wurde er Bremer
Jugendschnellschachmeister 2000.
Zudem gewann eine Achimer Vierermannschaft die Bremer
Jugendmannschaftsvereinsmeisterschaft U 16 2000.
Im Jahre 2000 starteten die
Schachfreunde Achim einen Schachkurs
für 7- bis 12-jährige Schachanfänger, der auf
große Resonanz stieß.
Aus Anlass des 50-jährigen
Bestehens richteten die Schachfreunde
Achim unter Leitung von Thomas Becker die 22. Norddeutsche
Mannschafts-Blitzmeisterschaft aus, die vom Hamburger SK mit 93
Brettpunkten gewonnen wurde.
6.
Ausblick
Das
schönste Geschenk zum
50-jährigen Vereinsjubiläum
machten sich die Schachfreunde Achim selbst: Mit einem deutlichen 5
½ zu 2 ½ Punkte-Erfolg über Syke II gelang der
ersten Auswahl des hiesigen Schachvereins in der Bremer A-Klasse der
Gewinn der Vizemeisterschaft und damit der Aufstieg in die Bremer
Stadtliga. Und das, obwohl Achim in der vorigen Saison gerade aus der
B-Klasse in die A-Klasse aufgestiegen war. Nach der Meisterschaft im
Jahre 2000 folgt nun die Vizemeisterschaft 2001, die zur Teilnahme an
der Mannschaftsmeisterschaft der Saison 2001/2002 in der Stadtliga
berechtigt. Am neunten und letzten Spieltag empfingen die Achimer die
zweite Auswahl aus Syke. Nach Siegen durch Nachwuchstalent Frithjof
Fehsenfeld (Brett 2), Christian Schnabel (Brett 4), Horst Danneberg
(Brett 7) und Michael Raatz (Brett 8) sorgten Mannschaftsführer
Herbert Sturm (Brett 1), Ewald Wellmann (Brett 5) und Alexander
Paeschke (Brett 6) mit drei Remis für den Mannschaftssieg und
doppelten Punktegewinn. Nach Bremerhaven I mit 16 Zählern belegt
Achim damit in der Schlusstabelle mit 14 Zählern Rang 2 vor
Schwanewede I mit 13 und Arbergen I mit 12 Zählern. Hier die
Schlusstabelle: 1. Bremerhaven I 16, 2. Achim I 14, 3. Schwanewede I
13, 4. Arbergen I 12, 5. Stotel/Loxstedt I 8, 6. Syke Ii 8, 7.
Osterholz-Scharmbeck I 7, 8. Bremer Schachgesellschaft V 5, 9.
Bremen-West 4, 10. Brinkum II 3. Vereinsvorsitzender Hubert Sturm
führt den Gesamterfolg auf die ausgezeichnete Jugendarbeit des
Vereins und die geschlossene Mannschaftsleistung insgesamt zurück.
Natürlich wird in der kommenden Saison der Leistungsdruck in der
höchsten Bremer Liga enorm zunehmen. Einige Teamverstärkungen
lassen aber auch die kommende Aufgabe als machbar erscheinen. „Jetzt
wollen wir aber erst mal den Sieg in unserem Jubiläumsjahr feiern,
ein schöneres Geschenk hätten wir uns selber nicht machen
können“, kommentierte Vereinschef und Mannschaftsführer Sturm.
Achims zweite Auswahl
komplettierte
den Gesamterfolg in der B-Klasse
mit einem 4 zu 4-Unentschieden gegen Syke III, das den entscheidenden
noch fehlenden Punkt für den Klassenerhalt in der Bremer B-Klasse
einbrachte. Nach einem raschen Sieg durch Otto Roloff (Brett 6)
genügten sechs Remis durch Matthias Schlittgen (Brett 1), Axel von
Gostomski (Brett 2), Kurt Fehsenfeld (Brett 3), Markus Ernst (Brett 4),
Florian Krügel (Brett 7) und Arnold Mai (Brett 8) zum Gesamtremis.
Damit belegt Achim II in der Schlusstabelle den rettenden achten
Tabellenplatz mit 7 Zählern punktgleich mit Syke III, Vahr II und
dem Absteiger Werder V(!), dem selbst 7 Zähler bei einer
gleichzeitig schlechteren Brettpunktzahl nichts nützten. Den
letzten Platz belegt mit 0 Zählern Leherheide III. Damit hat Achim
II das zu Saisonbeginn gesteckte Ziel des Klassenerhalts erreicht.
Eine Auswahl der Schachfreunde
Achim
trat aus Anlass des
50-jährigen Vereinsjubiläums im Rahmen eines
Jubiläumsturniers im Haus Clüver gegen mehrere Gäste an,
die aus Sport und Politik vor Ort der Einladung gefolgt waren, darunter
die Stadtratsmitglieder Emil Gitz und Karlheinz Gerhold sowie der
Präsident des Landesschachbundes Bremen Wolfgang Jackwerth, der
Syker Schachtrainer Thomas Runde und der frühere Turnierleiter
Wolfgang Krappe. Nur Bürgermeister Christoph Rippich, der zum
Vereinsjubiläum neben besten Wünschen der Stadt Achim auch
ein Geldgeschenk für die Jugendabteilung überbrachte, traute
sich wegen mangelnder Regelkenntnisse nicht ans Brett. Rippich
würdigte während seiner Ansprache die Leistungen des kleinen
50 Mitglieder zählenden Vereins, der sich um die Förderung
des Denksports und vor allem der Jugendarbeit verdient gemacht habe.
Der 2. Vorsitzende der Schachfreunde Achim Kurt Fehsenfeld, der
anstelle des erkrankten seit 25 Jahren amtierenden Vereinsvorsitzenden
Hubert Sturm die Festansprache hielt, hob die beachtlichen sportlichen
Erfolge hervor, auf die der Verein stolz sein kann. So spielte die
erste Mannschaft lange Jahre in der Landesliga, immerhin der
vierthöchsten deutschen Liga, und jetzt nach dem Erringen der
Vizemeisterschaft 2001 wieder in der Bremer Stadtliga. Besonders
erfolgreich sei aber die Jugendabteilung, die mehrere Bremer
Landesmeistertitel erspielte und in der Jugendbundesliga Nord/West um
Sieg oder Niederlage kämpft.
Der für einen so kleinen Verein
beachtliche sportliche Erfolg sei
- so Fehsenfeld - sicherlich auf die Kontinuität der
Vorstandsarbeit zurückzuführen. In seiner 50-jährigen
Vereinsgeschichte hatte der Verein bisher mit Adolf Küchler (1951
- 1976), Holger Wöltje (1976 - 1977) und Hubert Sturm (seit 1977)
lediglich drei Vorsitzende.
Der Präsident des
Landesschachbundes Bremen Wolfgang Jackwerth
wies auf die Bedeutung des uralten Schachspiels hin, das die
Konzentrations-, Kombinations- und Denkfähigkeit wie keine andere
Denksportart fördere und dabei noch Spaß und Freude bereite.
Stadtarchivar Karlheinz Gerhold kündigte an, dass zum großen
Vereinsfest im Herbst eine Vereinschronik fertiggestellt werde. Einige
Pretiosen aus der Frühgeschichte des Vereins hatte er aber bereits
mitgebracht, darunter liebevoll mit Skryptol handgemalte Siegerurkunden
aus dem Gründungsjahre 1951 sowie der Pokal des ersten
Vereinsmeisters der Jahre 1951 bis 1956 Helmut Bosenius, der von der
Tochter des damaligen Schachmeisters, der gleichzeitig
Stadtratsmitglied und Achimer SPD-Vorsitzender war, zur Verfügung
gestellt wurde.
Die Gründung des Schachvereins
selbst erfolgte am 18. Juli 1951 im
Hotel zur Post am Achimer Bahnhof. 15 Schachfreunde hatten sich
aufgrund eines von Johann Butt und Georg Theiss im Fenster des
Gasthauses angebrachten Hinweisschildes zur Gründungsversammlung
eingefunden, die Adolf Küchler jun. zum 1. Vorsitzenden, Werner
Schubert zum Spielleiter und Schachfreund Gutzeit zum Kassierer und
Schriftführer bestimmte. Erster Höhepunkt der
aufblühenden Vereinsarbeit war 1953 ein Turnier mit 128
Teilnehmern in der Paulsbergschule. Als einziger der damaligen
Mitspieler nahm Karl Baumann, der seit vielen Jahren als Materialwart
fungiert, als seit nunmehr 50 Jahren aktives Vereinsmitglied an dem
Jubiläumsturnier teil. Mit Anekdoten aus alter Zeit klang die
Veranstaltung schließlich aus, so wurde zum Beispiel erinnert an
die langjährigen - inzwischen leider verstorbenen - Mitglieder
Hans Thometzki und Heinz Vogelsang, die beide so sehr schachbegeistert
waren, dass sie sich regelmäßig beim Spiel in die Wolle
kriegten, weil sie so konzentriert waren, dass sie nicht mehr wussten,
wer am Zug war. Trotz der gegenseitigen Beteuerung, nie wieder
miteinander spielen zu wollen, saßen sie sich eine Wocher
später erneut am Brett gegenüber.
Angesichts der ausgezeichneten
Jugendarbeit brauchen die Schachfreunde Achim die Zukunft nicht zu
fürchten.
7.
Anmerkungen
1)
vgl.
Josten, Gerhard: Ist
Schach wirklich ein königliches Spiel? Seevetal 2001.
2) im Besitz von Schachfreund
Hartmut Meyer, Achim
3)
Über die
Arbeiterschachvereine in Niedersachsen lesen wir in einem Beitrag von
Gerhard Willeke in „75 Jahre Niedersächsischer Schachverband
e.V.“, S. 31 f.:
Nachdem Ferdinand Lassalle 1863 den „Allgemeinen Deutschen
Arbeiterverein“ gegründet hatte, führte das damit verbundene
steigende Selbstbewußsein der Arbeiter zu einem zunehmenden
Eindringen des Schachspiels auch in ihre Kreise. 1903 entsteht mit
VORWÄRTS BRANDENBURG der erste Arbeiterschachverein. In den
folgenden Jahren kommt es zu einer regelrechten Gründungswelle von
Arbeiter-Schachvereinen als Gegengewicht zu den bürgerlichen
Schachvereinen, in denen vorwiegend die sogenannten Honoratioren
vertreten waren. Bereits am 7. und 8. April 1912 veranstalteten sie in
Nürnberg einen großen Kongreß, auf dem der DEUTSCHE
ARBEITER SCHACHBUND (DAS) gegründet wurde.
Nach dem Ende des I. Weltkriegs
wurden auch im Bereich des heutigen
Landes Niedersachsen zahlreiche Arbeiter-Schachvereine gegründet.
Die starke Politisierung des gesellschaftlichen Lebens in der
Nachkriegszeit verschonte auch die Schachvereine nicht. So wurde von
den Arbeiter-Schachvereinen jegliche Zusammenarbeit mit den
bürgerlichen Schachvereinen strikt abgelehnt. Alle
bürgerlichen Begriffe des Vereinsrechtes wurden vom DAS abgelehnt
und durch die Bezeichnungen Gauleiter, Kreisleiter, Bezirksleiter und
Ortsgruppenleiter ersetzt. Die Organisation der Arbeiterschachvereine
war so perfekt, daß die sich später in den Machtkampf
zwischen den bürgerlichen und den Arbeiter-Schachvereinen
einschaltenden Nationalsozialisten diese im wesentlichen einfach
übernahmen. Durch die Spaltung in Sozialisten und Kommunisten kam
es auch bei den Arbeiter-Schachvereinen zu Auseinandersetzungen, die ab
1926 zum Ausschluß von Vereinen führten, die eine andere
Ideologie hatten. 1928 spalteten sich die kommunistisch orientierten
Vereine ab und gründeten einen eigenen Verband mit der
Verbandszeitung Frei Schach. Das offizielle Organ der sozialistischen
Arbeiter-Schachvereine war die Deutsche Arbeiterschachzeitung. Daneben
gab s in sozialistischen und kommunistischen Tageszeitungen
Schachspalten. In der hannoverschen Zeitung Volkswille leitete Hermann
Lücke die Schachspalte, bei der Braunschweiger Zeitung Volksfreund
war Robert Fischer und im Hildesheimer Volksblatt war A. Schrader
entsprechend tätig. Der bekannte Problemkomponist Wilhelm
Hagemann-Braunschweig (s.S. 275f.) leitete viele Jahre die
Problemspalte der Deutschen Arbeiter Schachzeitung und war
außerdem im Braunschweiger Bereich als Bezirksleiter tätig.
Die Denkweise und das
Lebensgefühl der Arbeiter-Schachvereine
kommt gut in folgender Vereinsnachricht des VEREINS ANDERTEN in der
Arbeiter Schachzeitung von 1921 auf Seite 56 zum Ausdruck:
Wenn auch die Hoffnungen der
eifrigen
Freunde unseres Klubs, denselben
zu einem festen Gefüge und einer Unentbehrlichkeit für alles
schaffende Volk, um ihre Denkkraft zu heben und zu fördern ,nicht
ganz erfüllt worden sind, so können wir doch hier mit Stolz
die Wahrnehmung machen, daß sich unser edles Spiel bei der
hiesigen Arbeiterschaft immer mehr und mehr einbürgert und
verbreitet und bahnbrechend gegenüber allem Schund, Laster und
Glücksspiel wirkt. Und daraus schöpfen wir neuen Mut zur
weiteren Mitarbeit, um das geistige Niveau der organisierten
Arbeiterschaft bis zum Höchsten zu vollenden.
Als Folge der Gleichschaltung
aller
Vereine durch die
Nationalsozialisten und die Gründung des GROßDEUTSCHEN
SCHACHBUNDES hörten die Arbeiter-Schachvereine 1933 praktisch auf
zu existieren. Den von den Nationalsozialisten eingesetzten
„Schachführern“ wurde empfohlen, bei der Aufnahme von Mitgliedern
aus den ehemaligen im Klassenkampf stehenden Arbeiter-Schachvereinen
äußerste Vorsicht walten zu lassen.
4) vgl. Beitrag „Schulschach“
in Manfred van Fonderns Lexikon für Schachfreunde
8.
Literatur- und Quellenangaben
1. Protokollbuch der Schachfreunde Achim 1976 – 2001.
2. Fondern, Manfred van (Hrsg.): Lexikon für Schachfreunde. Luzern
1980.
3. Stroukal, Ernst: Schach - Die Kunst des Schachspiels. Hamburg 1996.
4. Satzung und Mitgliedsordnung der Schachfreunde Achim 1951 e.V.,
Achim 1988.
5. Niedersächsischer Schachverband e.V. (Hrsg.): 75 Jahre
Niedersächsischer Schachverband e.V. 1924 – 1999, Hannover 1999.
6. Woelk, Ralf: Schach unterm Hakenkreuz.
7. Karlheinz Gerhold: Festschrift anlässlich des
dreißigjährigen Bestehens der Schachfreunde Achim. Achim
1981.
8. Bremer Schachjugend (Hrsg.): Das Millenium-Info-Magazin für
junge Schachspieler. Bremen 2000.
9. Gerhold, Karlheinz: 50 Jahre im Dienste der Jugend. Aus der Chronik
des Stadtjugendringes Achim 1949 – 1999. Achim 1999.
10. Bielefeld, Edith/Gerhold, Karlheinz/Knof-Grotevent, Christiane: 125
Jahre Sozialdemokraten in Achim. Chronik der traditionsreichen Achimer
Sozialdemokratie 1866 – 1991. Achim 1991.
11. Gerhold, Karlheinz: Zehn Jahre Schachjugend Achim. 1977 – 1987.
Eine Pressedokumentation über die Aktivitäten der
Jugendabteilung der Schachfreunde Achim 1951 e.V. Achim 1987.
12. Schachfreunde Achim (Hrsg.): Die Schachfreunde Achim in der
Spielsaison 1987/88; 1988/89; 1989/90; 1990/91; 1991/92; 1992/93;
1993/94; 1994/95; 1998/99; 1999/2000.
13. Schachfreunde Achim (Hrsg.): Schachfreunde Achim. Die Schachzeitung
der SF Achim. Daten. Fakten. Informationen über Spieler und
Partien. Heft 1/1998; Heft 2/1999.
14. Josten, Gerhard: Ist Schach wirklich ein königliches Spiel?
Seevetal 2001.
|