Vereinschronik


 

Ein geschichtlicher Abriss der Schachfreunde Achim 

10.06.2005 - von Karlheinz Gerhold


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Foto: chival / http://www.photocase.de
   
Genauso wie die Entstehung des Schachs selbst liegt auch die Entstehung des Schachsports in Achim im Dunkeln. Es ist lediglich erwiesen, dass es bereits Anfang der 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts in Achim einen Schachclub gab, der sich auch an Mannschaftsmeisterschaften und anderen Turnieren beteiligt. Uns liegt ein Dokument vor, das als Beleg für diese Aussage zu nennen ist. Am 13. November 1999 hielt Diedrich Claus aus Sottrum anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Schachclubs Sottrum die Festansprache im Gasthaus Röhrs. Darin berichtete er über seine Zeit als Mitglied des alten Achimer Schachclubs:

„Sehen Sie es mir nach, wenn ich, bevor ich auf die großen Sottrumer Turniere zu sprechen komme, ein eigenes Erlebnis schildere: Am 20. November 1932 gab mir der Schachclub in Achim, dem ich als 18jähriger seit einem Jahr angehörte, die Gelegenheit, an einem großen Turnier mit dem russischen Großmeister Bogoljubow im Simultan- und Blindspiel teilzunehmen. Es fand im Hotel „Nordischer Hof“ in Bremen, Ecke Bahnhofstraße / Breitenweg, statt. Die in der Nähe Bremens liegenden Vereine durften je einen Teilnehmer entsenden.

Wer je schon einmal die Gelegenheit hatte, ein großes Schachturnier, sei es als Mitspieler oder als stiller Zuschauer, mitzuerleben, der ahnt etwas von der magischen Anziehungskraft dieses Spiels, wenn er seine Jünger stundenlang, weltvergessend, über das Brett gebeugt dasitzen sieht. Äußerlich erscheinen sie voller Gleichmut, innerlich aber sind sie angespannt bis in die letzte Nervenfaser. Unbestechlich tickt die Turnieruhr neben dem Brett und schafft ein eigenartiges prickelndes Fluidum. So hat es Dr. Werner Lauterbach in seinem 1957 herausgegebenen Buch „Das unsterbliche Spiel“ beschrieben und so habe ich es 1932 im großen Spiel mit einem „großen“ Spieler intensiv empfunden. Bogoljubow spielte simultan, gleichzeitig, gegen 44 wahrlich nicht unbedarfte Spieler, gewann 27 Partien, remisierte 13 (darunter ich) und hat 4 verloren. Fünf Stunden hat dieser robuste und begabte Russe es auf sich nehmen müssen. Als Auftakt hatte er schon zur Demonstration mehrere Partien blind simultan gespielt.“

Ein weiteres Relikt aus der Zeit des Achimer Schachsports vor dem 2. Weltkrieg ist ein hölzerner Kasten zur Aufbewahrung der Schachfiguren mit der Aufschrift „Schachclub, Marschhausen“²). Das weist wohl auf das damalige Vereinslokal Gaststätte Odeon, Inhaber Marschhausen, in der Obernstraße hin.
Denkbar ist, dass der erste Achimer Schachclub im Rahmen der Gründungswelle von Arbeiter- Schachvereinen nach dem 1. Weltkrieg ins Leben gerufen wurde. ³)

Hier bedarf es noch weiterer Forschungen und Recherchen. Wer etwas über diese frühere Zeit des Achimer Schachsports beisteuern kann, ist aufgerufen, sich beim Vorstand zu melden. Gesucht werden Turnierergebnisse, Spielberichte, Fotos, Presseberichte, Notationen alter Partien, Protokolle und andere Urkunden aus den 20er bis 60er Jahren.

Allen, die Informationen und Dokumentationen für diese Vereinschronik zur Verfügung gestellt haben, danke ich herzlich.

Mag diese Vereinsgeschichte einen Beitrag dazu liefern, dass der Schachsport in Achim weiterhin gedeihlich gepflegt wird und auf gute Resonanz stößt. Seine Bedeutung für die Entwicklung klaren Denkens, guter Konzentrations- und Kombinationsfähigkeit, gradliniger Logik, aber auch sozialer Kompetenzen durch geselliges Vereinsleben ist gerade in der heutigen hektischen, globalisierten und technisierten Welt gewachsen. Schulschach könnte man sich gut als Wahlfach vorstellen.4) Schach ist eben doch die schönste Nebensache der Welt!



1. die Gründung des Vereins

Auch wenn die Wurzeln des Schachsports in Achim bis in die 20-er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückreichen, steht eines fest:

Der heute aktive Verein, der den Schachsport in Achim seit 5 Jahrzehnten pflegt und fördert, wurde jedenfalls am 18. Juli 1951 im Bahnhofshotel Achim gegründet:
In der Niederschrift über die Entstehung des Schachvereins im Jahre 1951 heißt es: „Im Juli des Jahres trafen sich einige Schachspieler zu Spielabenden im Bahnhofshotel Achim.

Nachdem sich im Laufe der nächsten Wochen etwa 16 Schachfreunde zusammengefunden hatten, wurde die Gründung eines Vereins beschlossen. Am 18. Juli 1951 wurde dann der Verein gegründet. Herr Theiß wandte sich mit einigen Worten an die anwesenden Schachspieler und brachte als 1. Vorsitzenden des Vereins Herrn Küchler, als Schriftführer und Kassierer Herrn Gutzeit und als technischen Spielleiter Herr Schubert in Vorschlag. Da andere Vorschläge nicht gemacht wurden, fand eine Abstimmung statt, wobei die genannten Personen einstimmig gewählt wurden.“ Damit war der Achimer Schachverein entstanden.



2. Die 50-er und 60-er Jahre

In der Anfangszeit des Achimer Schachvereins, der sich im Bahnhofshotel („Hotel zur Post“) zum Schachtraining traf, war Helmut Bosenius der beste Vereinsspieler; er gewann die Vereinsmeisterschaft 1951 bis 1956.

Helmut Bosenius (* 18.8.1911 Düren, ? 20.1.1979 Achim) war in den 50-er Jahren Mitglied des Rates der Stadt Achim und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Achim in den Jahren 1951 bis 1956.

Bereits im Jahre 1953 zwei Jahre nach der Vereinsgründung veranstalteten die Schachfreunde Achim unter Leitung ihres Vereinsvorsitzenden Adolf Küchler im Vereinslokal „Bahnhofshotel“ ein großes Schachturnier mit 128 Teilnehmern an 64 Brettern.

Im gleichen Jahr folgte der Beitritt zum Deutschen Schachbund.

1954 wechselten die Schachfreunde Achim ihr Vereinslokal: für mehrere Jahrzehnte spielten sie in der Gaststätte Helmut Jäger (bis in die 80-er Jahre). Danach waren das Gasthaus Schäfer in Uesen, Gasthaus „Hannover“, das Schützenhaus Achim (Am Freibad) und schließlich bis heute das TSV-Jugend- und Sportheim (Am Freibad)Spiel- und Übungsstätte. Ihre Turniere und Mannschaftsmeisterschaftspiele absolvieren die Achimer Schachsportler im Kulturhaus Alter Schützenhof (KASCH), dessen Trägerverein sie als Mitglied angehören. Turniere fanden in letzter Zeit auch in Gieschens Hotel, im Haus Clüver, in der Pausenhalle der Realschule und im Schulzentrum statt.

Zur Begeisterung und Gewinnung weiterer Spieler als Vereinsmitglieder wurden in den 50-er Jahren mehre Werbeturniere durchgeführt.

Seit vielen Jahren beteiligen sich die Schachfreunde Achim an den Mannschaftsmeisterschaften des Landesschachbundes Bremen, dem sie als niedersächsischer Verein wegen der Ortsnähe und der so geringeren Anfahrtswege angehören. Im Jahre 1968 gewinnt Achim die Mannschaftsmeisterschaft in der A-Klasse, was den Aufstieg in die Aufstiegsliga bedeutet.

Hubert Sturm gewinnt in den 60-ern dreimal die Vereinsmeisterschaft (1965, 1966, 1967) und wird damit zum besten Achimer Schachspieler; den Titel des Vereinsmeisters errangen Werner Schubert (1962), Eilhard Feldkamp (1964 und 1969) und Schachfreund Schellhorn (1968).



3. Die 70-er Jahre

Seit Gründung des Vereins führte Adolf Küchler die Geschicke des Vereins als Vorsitzender.

1974 wird neben der Achtermannschaft Achim I eine zweite Auswahl für die Teilnahme an den Mannschaftsmeisterschaften des Landesschachbundes Bremen gemeldet. Im Jahre 1975 gelingt den Schachfreunden mit dem Gewinn der Mannschaftsmeisterschaft in der Aufstiegsliga der Einzug in die Landesliga. Für den kleinen Verein des Weserstädtchens Achim eine beachtliche Leistung.

Aus Anlass des 25-jährigen Vereinsjubiläums veranstaltet der Verein ein Festprogramm, unter anderem ein Simultanturnier mit dem Bundesliga-Spieler C.D. Meyer aus Bremen.

Nach 25 Jahren Amtszeit als Vereinsvoristzender kandidiert Adolf Küchler nicht wieder. Zu seinem Nachfolger bestimmt die Mitgliederversammlung Holger Wöltje.

Am 25. August 1977 traten 15 Achimer Schachsspieler in der Steuben-Kaserne gegen den Delmenhorster Bundesligaspieler Egon Ditt an, der simultan spielte. Immer gelang es den Spielern Früchtenicht, Gerhold, Daust, Krappe und Sturm, den prominenten Gegner zu besiegen. Im September 1977 gewann Achim I den Jubiläums-Pokal der Schachgemeinschaft Brinkum: Die erfolgreiche Achter-Mannschaft bestand aus Wöltje, Schubert, Krappe, Sturm, Danneberg, Repschläger, Baumann und Gerhold.

Die Jahreshauptversammlung wählte im Oktober 1977 einen neuen Vorstand: Hubert Sturm (1. Vorsitzender), der seit dem dieses Amt bekleidet, Karlheinz Gerhold (2. Vorsitzender und gleichzeitig Schriftführer und Leiter der Jugendabteilung), Dirk Ehlers (Turnierleiter) und Walter Haß (Kassenverwalter).

Der von Holger Wöltje initiierte und von Karlheinz Gerhold fortgeführte Aufbau einer Jugendabteilung zeitigt 1978 erste Erfolge.

Acht Nachwuchsspieler erwerden die Bauern-Diplome, eine Auszeichnung nach Ablegung der offiziellen Schachprüfung des Deutschen Schachbundes.

Außerdem fanden etliche Jugendmannschaftsvergleiche statt:

Mannschaftsvergleiche der Jugendabteilung:
22.1.1978:    Achim - Schwimmabt. TSV Achim                 5 - 0
28.5.1978:    Achim - Kl. 9 d des Gymnasiums Achim        4 ½ - 3 ½
22.11.1978:  Achim - Kl. 10 des Gymnasiums Achim         4 - 4
18.2.1979:    Achim - Schwimmabtl. TSV Achim                5 - 3
1.7.1979:      Achim - Schachklub Verden                            5 - 3
2.12.1979:    Achim - Schachklub Verden                            5 - 5
15.6.1980:    Achim - Schachklub Bremen-Nord                 5 ½ - 2 ½
22.6.1980:    Achim - Reichsberufsbildungswerk Bremen                           4 - 2
14.9.1986:    Achim - Schachklub Verden (Jugend-Kreismeisterschaft)    3 ½ - 4 ½
15.3.1987:    Achim - Schachklub Verden (Jugend-Kreismeisterschaft     6 - 2

Erster Jugendmeister in der neu gegründeten Jugendabteilung der Schachfreunde Achim wird 1978 Jens Barmbold.

Nachfolger des langjährigen Kassenwartes Walter Haß wurde 1978 Horst Danneberg, der seit dem dieses Amt ausübt.

1978 gewinnt Andreas Fiefeck aus Achim den Lilienthaler Schülerpokal.
Achim I wird Vizemeister in der Stadtliga.

1979 gelingt Achim I der Gewinn der Mannschaftsmeisterschaft in der Stadtliga Bremen und damit der Aufstieg in die neuorganisierte Landesliga West. Der Aufstieg stellt für Achim den bisher größten sportlichen Erfolg seit Bestehen des Vereins. Die siegreiche Mannschaft bestand aus folgenden Spielern: Hubert Sturm, Holger Wöltje, Wolfgang Krappe, günter Osthorst, Rolf Früchtenicht, Horst Danneberg, Werner Schubert, Hermann Repschläger und Karl Baumann.

Erstmalig nehmen 1979 drei Achimer Mannschaften an den Meisterschaften der Schachligen teil.

Die Mitgliederzahl hat sich in den letzten Jahren der 70-er verdoppelt. Der neue Vorstand mit Hubert Sturm, Karlheinz Gerhold und Horst Danneberg führt eine wegweisende Reorganisation des Vereins durch mit Erstellung einer neuen Vereinssatzung, Mitglieds- und Turnierordnung und einer Eintragung des Vereins in Vereinsregister.

In den 70-ern gewannen die Vereinsmeisterschaft Karl Baumann (1970), Wolfgang Krappe (1971 und 1974), Adolf Küchler (1972), Hermann Repschläger (1973), Günter Osthorst (1975 und 1979), Werner Schubert (1976) und Holger Wöltje (1977 und 1978). Neu eingeführt wurde das Vereinspokalturnier, das je nach Spielstärke (anhand der Ingo-Zahlen ermittelt) Handikaps für bessere Spieler vor (z.B. mussten bessere Spieler mehr Siege verzeichnen, um sich für die nächste Runde nach dem KO-System zu qualifizieren): Den Vereinspokal gewannen Karl Baumann (1973), Hermann Repschläger (1975), Hubert Sturm (1977) und Karlheinz Gerhold (1979).



4. Die 80-er Jahre

Die Mitgliederzahlen der Schachfreunde Achim steigen auf über 50 Personen, darunter viele jugendliche Nachwuchsspieler.

1980 wird Achim II Mannschaftsmeister in der B-Klasse und schafft mit einem zweiten Platz in der Aufstiegsrunde den Aufstieg in die A-Klasse Bremen:

Karlheinz Gerhold (Brett 1), Dirk Ehlers (2), Hermann Repschläger (3), Ulrike Vetter (4), Holger Ringkowski (5), Hartmut Meyer (6), Matthias Westphal (7), Michael Bergerhoff (8; bester Mannschaftsspieler war Karlheinz Gerhold mit 8 ½ Punkten aus 10 Partien.

Die Schachfreunde Achim spielen mit ihrer ersten Mannschaft in der vierthöchsten Schachliga, der Landesliga.

Es lässt sich ein allgemeiner Aufschwung des Schachsports verzeichnen: Schach wird als Sport anerkannt und in die Abgabenordnung als förderungswürdiger Zweck aufgenommen. Er entwickelt sich als Breitensport und das königliche Spiel wird volkstümlich. Dazu haben sicherlich auch die Teilnahme des deutschen Schachprofis Robert Hübner an den Kandidatenturnieren zur Schachweltmeisterschaft und die Entwicklung des Computerschachs beigetragen.

1980 wird Karlheinz Gerhold als Delegierter der Schachfreunde Achim von der Vollversammlung des Stadtjugendringes Achim zum 1. Vorsitzenden des Jugendringes gewählt, dieses Amt übt er bis 1987 aus.

Seit 1984 bieten die Schachfreunde Achim im Rahmen des städtischen Ferienspaßprogrammes im Sommer ein alljährliches Jugendschachturnier an. Gewinner waren Torge Schmidt (1984), Matthias Rutz (1985), Michael Hävecker (1986), Oliver Müller (1987), Andreas Fricke (1988) und Tim Weber (1989).

Die Jugendvereinsmeisterschaft gewannen in den 80-ern Andreas Fiefeck (1980 und 1981), Matthias Westphal (1982), Volker Schröder (1983), Torsten Vetter (1984), Michael Hävecker (1985 und 1986), Jens Bielefeld (1987), Tim Krieger (1988) und Tim Weber (1989). Michael Hävecker wurde 1986 sogar Vizemeister der Bremer A-Jugendeinzelmeisterschaft und qualifiziert sich so für die Teilnahme an der Deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaft. 1987 wird die Achimer Jugendmannschaft, bestehend aus Michael Hävecker, Jens Bielefeld, Tim Weber, Tim Krieger, Matthias Weber, Markus Wilks, Jens Siedekum und Sven Lothwesen durch einen 6:2-Punkte-Erfolg über Verden Kreis-Jugend-Mannschaftsmeister.

Vereinsmeister wurden in den 80-ern Dr. Armin Sausmikat (1980 und 1988), Hubert Sturm (1981), Matthias Westphal (1982, 1984, 1987 und 1989), Jens Barmbold (1983), Torsten Vetter (1985) und Rolf Früchtenicht (1986). Mit Barmbold, Westphal und Vetter wurden somit drei Nachwuchstalente aus der Jugendabteilung beste Achimer Schachspieler.

Gewinner des Vereinspokals wurden in den 80-ern Hermann Repschläger (1982), Matthias Westphal (1984), Hubert Sturm (1985 und 1989), Torsten Vetter (1986 und 1991), Andreas Fiefeck (1987), Martin Hermann (1988), Thomas Becker (1989).

Das Amt des Turnierleiters der Schachfreunde Achim übernimmt nach Wolfgang Krappe (bis 1982), Andreas Fiefeck (1982), Jürgen Atzpodien (1983-1985), Torsten Vetter (1985) ab 1987 Thomas Becker, der auch Mitglied des Vorstandes des Landesschachbundes wird. Unter der Leitung von Thomas Becker richten die Schachfreunde Achim seit Ende der 80-er Jahre etliche große Turniere des Landesschachbundes in Achim aus. Achim entwickelt sich zu einer Hochburg des Schachs.

Am 15. September 1985 findet die Bremer Mannschaftsblitzmeisterschaft in Achim statt: Werder II siegt mit 22 Zählern ungeschlagen vor Werder I und Loxstedt I.

Mit 6:4 und 5 ½ zu 4 ½ Punkten gewinnt Achim 1985 die inoffizielle Kreismeisterschaft gegen den SK Verden I, 1986 und 1987 kann Achim diesen Titel verteidigen, während er 1988, 1989 und 1990 an Verden geht.

Zum 80. Geburtstag erhielt Gründungsmitglied Heinz Vogelsang 1988 einen Geschenkkorb.

Achim I spielt seit 1988 in der Verbandsliga Nord, der fünfthöchsten Schachliga.



5. Die 90-er Jahre

Unter dem Motto „900 Jahre Achim – 40 Jahre Schachfreunde Achim“ nimmt der Verein an den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung Achims im Jahre 1091 teil, unter anderem mit der Ausrichtung der Bremer Schacheinzelmeisterschaft im KASCH. Erst ein Stichkampf entschied schließlich diese Meisterschaft zugunsten von Olaf Pienski aus Leherheide, vor dem Achimer Nachwuchstalent Michael Hävecker, der Vizemeister 1991 wurde. Bei der ersten offenen Achimer Schüler-Schachmeisterschaft 1991 siegte Raimund Klein aus Etelsen.

Am 4. Oktober 1991 folgte der Großmeister Vlastimil Hort einer Einladung der Schachfreunde Achim zu einem Simultanturnier. Er trat in Gieschens Hotel gegen 36 Schachspieler gleichzeitig an und musste neben acht Remis nur zwei Partien verloren geben. Am 28. und 29. September 1991 veranstalteten die Schachfreunde Achim unter Leitung von Thomas Becker die erste offene Achimer Stadtmeisterschaft, die Eckhard Enneper von der Schachvereinigung Hannover gewann. Die 2. Offene Achimer Stadtmeisterschaft am 3. und 4. Oktober 1992 gewann Martin Forchert von den Findorffer Schachfreunden vor dem Achimer Matthias Westphal.

Die Bremer Schacheinzelmeisterschaft 1992 richteten erneut die Schachfreunde Achim unter Leitung von Thomas Becker aus: Michael Bruns vom TV Arbergen siegte vor dem Achimer Michael Hävecker, der damit seinen Titel als Vizemeister verteidigen konnte.

In der Saison 1992/93 spielten die beiden kreisverdener Vereine Achim und Verden in einer Spielgemeinschaft in der Verbandsliga. Die Bemühungen beider Vereine zur Stärkung ihrer Spielqualität in einem Verein zu fusionieren, scheiterten 1993 an der verweigerten Genehmigung durch den Landesschachbund Niedersachsen. Achim verlor daraufhin einige seiner besten Spieler, die sich dem SK Verden anschlossen.

Achim I muss daher ab der Saison 1993/94 in der A-Klasse spielen.

Erneut fand die Einzelmeisterschaft des Landesschachbundes Bremen 1993 im KASCH in Achim statt: Es gewann Davor Krajina von der Bremer Schachgesellschaft.

Die Bremer Einzelmeisterschaft 1994 fand auch in Achim statt vom 27. März bis zum 2. April 1994 im KASCH. Es gewann Irmin Meyer.

Erstmals meldeten die SF Achim für die Saison 1994/95 fünf Mannschaften zur Teilnahme an den Mannschaftsmeisterschaften: Achim I in der A-Klasse, Achim II in der C-Klasse, Achim III in der D-Klasse und zwei Jugendmannschaften in der Jugendliga.

Nach 17 Jahren Vorstandsarbeit als 2. Vorsitzender, zuständig für Presse-, Öffentlichkeits- und Jugendarbeit im Verein, schied Karlheinz Gerhold 1994 aus dem Vorstand aus. Sein Nachfolger wurde Kurt Fehsenfeld. Die Einzelmeisterschaft des Landesschachbundes Bremen fand vom 7. bis zum 15. April 1995 im Haus Clüver Achim unter der bewährten Leitung von Thomas Becker statt: Sieger wurde Kai Wesseln (Delmenhorst). Thomas Runde gibt seit 1995 den Mitgliedern der Jugendabteilung professionelles Schachtraining. 1996 nahmen die Achimer Alexander Paeschke und Frithjof Fehsenfeld an der Deutschen Jugendschachmeisterschaft in Pinneberg teil.

In der Folgezeit ergaben sich große Erfolge für die Jugendabteilung der Schachfreunde Achim als Folge der professionellen Jugend- und Trainingsarbeit. Folgende Achimer Nachwuchstalente siegten:

1997: Frithjof Fehsenfeld wird Bremer Landesmeister U 11 und U 13, Philipp Krügel Vizemeister U 13;
1998: Frithjof Fehsenfeld wird Bremer Landesmeister U 13;
1999: Kai Rudolph wird Bremer Landesmeister U 14, Florian Krügel Vizemeister U 16;
2000: Frithjof Fehsenfeld wird Bremer Landesmeister U 14;
2001: Frithjof Fehsenfeld wird Bremer Landesmeister U 16; Frauke Fehsenfeld Vizemeisterin U 14-Mädchen.

Seit dem Gewinn der Bremer Jugendmannschaftsmeisterschaft 1999 kämpft die Achimer Jugend-Sechsermannschaft in der Jugendbundesliga Nord um Sieg und Niederlage.

Seit 1990 unterstützen die Schachfreunde Achim das Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium und die OS Baden und Am Markt bei der Ausrichtung von Schülerschachmeisterschaften und der Abnahme der Schach-Diplom-Prüfungen.

Verein-Jugendmeister wurden in den 90-ern Michael Pape (1990), Raimund Klein (1991, 1992, 1993 und 1995), Stephan Genske (1994), Alexander Paeschke (1996), Kai Rudolph (1998 und 1999) und Frithjof Fehsenfeld (2001).

Die Gewinner der Ferienspaß-Turniere waren Ulf-Theo Fuhrmeister (1990), Raimund Klein (1991 und 1993), Martin Stobbe (1992), Alexander Jung (1994), Hans-Christian Windrich (1995 und 1996), Frithjof Fehsenfeld (1997 und 1998) und Markus Ernst (1999).

Vereinsmeister der 90-er wurden Torsten Vetter (1990), Hubert Sturm (1991, 1992, 1994 – 2000) und Matthias Schlittgen (1993).

Im Jahre 2000 wurde Achim I Mannschaftsmeister in der B-Klasse und stieg in die Bremer A-Klasse auf.

Die Bremer Einzelmeisterschaft 2000 fand wieder in Achim in der Realschule statt: Sieger wurde JM Gerlet Meins von SV Werder. Der Achimer Christian Kühn belegte Rang 12. Bei der Deutschen Jugendmeisterschaft 2000 in Überlingen belegte Frithjof Fehsenfeld Rang 13 der U 14, gleichzeitig wurde er Bremer Jugendschnellschachmeister 2000.

Zudem gewann eine Achimer Vierermannschaft die Bremer Jugendmannschaftsvereinsmeisterschaft U 16 2000.

Im Jahre 2000 starteten die Schachfreunde Achim einen Schachkurs für 7- bis 12-jährige Schachanfänger, der auf große Resonanz stieß.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens richteten die Schachfreunde Achim unter Leitung von Thomas Becker die 22. Norddeutsche Mannschafts-Blitzmeisterschaft aus, die vom Hamburger SK mit 93 Brettpunkten gewonnen wurde.



6. Ausblick

Das schönste Geschenk zum 50-jährigen Vereinsjubiläum machten sich die Schachfreunde Achim selbst: Mit einem deutlichen 5 ½ zu 2 ½ Punkte-Erfolg über Syke II gelang der ersten Auswahl des hiesigen Schachvereins in der Bremer A-Klasse der Gewinn der Vizemeisterschaft und damit der Aufstieg in die Bremer Stadtliga. Und das, obwohl Achim in der vorigen Saison gerade aus der B-Klasse in die A-Klasse aufgestiegen war. Nach der Meisterschaft im Jahre 2000 folgt nun die Vizemeisterschaft 2001, die zur Teilnahme an der Mannschaftsmeisterschaft der Saison 2001/2002 in der Stadtliga berechtigt. Am neunten und letzten Spieltag empfingen die Achimer die zweite Auswahl aus Syke. Nach Siegen durch Nachwuchstalent Frithjof Fehsenfeld (Brett 2), Christian Schnabel (Brett 4), Horst Danneberg (Brett 7) und Michael Raatz (Brett 8) sorgten Mannschaftsführer Herbert Sturm (Brett 1), Ewald Wellmann (Brett 5) und Alexander Paeschke (Brett 6) mit drei Remis für den Mannschaftssieg und doppelten Punktegewinn. Nach Bremerhaven I mit 16 Zählern belegt Achim damit in der Schlusstabelle mit 14 Zählern Rang 2 vor Schwanewede I mit 13 und Arbergen I mit 12 Zählern. Hier die Schlusstabelle: 1. Bremerhaven I 16, 2. Achim I 14, 3. Schwanewede I 13, 4. Arbergen I 12, 5. Stotel/Loxstedt I 8, 6. Syke Ii 8, 7. Osterholz-Scharmbeck I 7, 8. Bremer Schachgesellschaft V 5, 9. Bremen-West 4, 10. Brinkum II 3. Vereinsvorsitzender Hubert Sturm führt den Gesamterfolg auf die ausgezeichnete Jugendarbeit des Vereins und die geschlossene Mannschaftsleistung insgesamt zurück. Natürlich wird in der kommenden Saison der Leistungsdruck in der höchsten Bremer Liga enorm zunehmen. Einige Teamverstärkungen lassen aber auch die kommende Aufgabe als machbar erscheinen. „Jetzt wollen wir aber erst mal den Sieg in unserem Jubiläumsjahr feiern, ein schöneres Geschenk hätten wir uns selber nicht machen können“, kommentierte Vereinschef und Mannschaftsführer Sturm.

Achims zweite Auswahl komplettierte den Gesamterfolg in der B-Klasse mit einem 4 zu 4-Unentschieden gegen Syke III, das den entscheidenden noch fehlenden Punkt für den Klassenerhalt in der Bremer B-Klasse einbrachte. Nach einem raschen Sieg durch Otto Roloff (Brett 6) genügten sechs Remis durch Matthias Schlittgen (Brett 1), Axel von Gostomski (Brett 2), Kurt Fehsenfeld (Brett 3), Markus Ernst (Brett 4), Florian Krügel (Brett 7) und Arnold Mai (Brett 8) zum Gesamtremis. Damit belegt Achim II in der Schlusstabelle den rettenden achten Tabellenplatz mit 7 Zählern punktgleich mit Syke III, Vahr II und dem Absteiger Werder V(!), dem selbst 7 Zähler bei einer gleichzeitig schlechteren Brettpunktzahl nichts nützten. Den letzten Platz belegt mit 0 Zählern Leherheide III. Damit hat Achim II das zu Saisonbeginn gesteckte Ziel des Klassenerhalts erreicht.

Eine Auswahl der Schachfreunde Achim trat aus Anlass des 50-jährigen Vereinsjubiläums im Rahmen eines Jubiläumsturniers im Haus Clüver gegen mehrere Gäste an, die aus Sport und Politik vor Ort der Einladung gefolgt waren, darunter die Stadtratsmitglieder Emil Gitz und Karlheinz Gerhold sowie der Präsident des Landesschachbundes Bremen Wolfgang Jackwerth, der Syker Schachtrainer Thomas Runde und der frühere Turnierleiter Wolfgang Krappe. Nur Bürgermeister Christoph Rippich, der zum Vereinsjubiläum neben besten Wünschen der Stadt Achim auch ein Geldgeschenk für die Jugendabteilung überbrachte, traute sich wegen mangelnder Regelkenntnisse nicht ans Brett. Rippich würdigte während seiner Ansprache die Leistungen des kleinen 50 Mitglieder zählenden Vereins, der sich um die Förderung des Denksports und vor allem der Jugendarbeit verdient gemacht habe. Der 2. Vorsitzende der Schachfreunde Achim Kurt Fehsenfeld, der anstelle des erkrankten seit 25 Jahren amtierenden Vereinsvorsitzenden Hubert Sturm die Festansprache hielt, hob die beachtlichen sportlichen Erfolge hervor, auf die der Verein stolz sein kann. So spielte die erste Mannschaft lange Jahre in der Landesliga, immerhin der vierthöchsten deutschen Liga, und jetzt nach dem Erringen der Vizemeisterschaft 2001 wieder in der Bremer Stadtliga. Besonders erfolgreich sei aber die Jugendabteilung, die mehrere Bremer Landesmeistertitel erspielte und in der Jugendbundesliga Nord/West um Sieg oder Niederlage kämpft.

Der für einen so kleinen Verein beachtliche sportliche Erfolg sei - so Fehsenfeld - sicherlich auf die Kontinuität der Vorstandsarbeit zurückzuführen. In seiner 50-jährigen Vereinsgeschichte hatte der Verein bisher mit Adolf Küchler (1951 - 1976), Holger Wöltje (1976 - 1977) und Hubert Sturm (seit 1977) lediglich drei Vorsitzende.

Der Präsident des Landesschachbundes Bremen Wolfgang Jackwerth wies auf die Bedeutung des uralten Schachspiels hin, das die Konzentrations-, Kombinations- und Denkfähigkeit wie keine andere Denksportart fördere und dabei noch Spaß und Freude bereite. Stadtarchivar Karlheinz Gerhold kündigte an, dass zum großen Vereinsfest im Herbst eine Vereinschronik fertiggestellt werde. Einige Pretiosen aus der Frühgeschichte des Vereins hatte er aber bereits mitgebracht, darunter liebevoll mit Skryptol handgemalte Siegerurkunden aus dem Gründungsjahre 1951 sowie der Pokal des ersten Vereinsmeisters der Jahre 1951 bis 1956 Helmut Bosenius, der von der Tochter des damaligen Schachmeisters, der gleichzeitig Stadtratsmitglied und Achimer SPD-Vorsitzender war, zur Verfügung gestellt wurde.

Die Gründung des Schachvereins selbst erfolgte am 18. Juli 1951 im Hotel zur Post am Achimer Bahnhof. 15 Schachfreunde hatten sich aufgrund eines von Johann Butt und Georg Theiss im Fenster des Gasthauses angebrachten Hinweisschildes zur Gründungsversammlung eingefunden, die Adolf Küchler jun. zum 1. Vorsitzenden, Werner Schubert zum Spielleiter und Schachfreund Gutzeit zum Kassierer und Schriftführer bestimmte. Erster Höhepunkt der aufblühenden Vereinsarbeit war 1953 ein Turnier mit 128 Teilnehmern in der Paulsbergschule. Als einziger der damaligen Mitspieler nahm Karl Baumann, der seit vielen Jahren als Materialwart fungiert, als seit nunmehr 50 Jahren aktives Vereinsmitglied an dem Jubiläumsturnier teil. Mit Anekdoten aus alter Zeit klang die Veranstaltung schließlich aus, so wurde zum Beispiel erinnert an die langjährigen - inzwischen leider verstorbenen - Mitglieder Hans Thometzki und Heinz Vogelsang, die beide so sehr schachbegeistert waren, dass sie sich regelmäßig beim Spiel in die Wolle kriegten, weil sie so konzentriert waren, dass sie nicht mehr wussten, wer am Zug war. Trotz der gegenseitigen Beteuerung, nie wieder miteinander spielen zu wollen, saßen sie sich eine Wocher später erneut am Brett gegenüber.

Angesichts der ausgezeichneten Jugendarbeit brauchen die Schachfreunde Achim die Zukunft nicht zu fürchten.



7. Anmerkungen

1) vgl. Josten, Gerhard: Ist Schach wirklich ein königliches Spiel? Seevetal 2001.

2) im Besitz von Schachfreund Hartmut Meyer, Achim

3) Über die Arbeiterschachvereine in Niedersachsen lesen wir in einem Beitrag von Gerhard Willeke in „75 Jahre Niedersächsischer Schachverband e.V.“, S. 31 f.:
Nachdem Ferdinand Lassalle 1863 den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“ gegründet hatte, führte das damit verbundene steigende Selbstbewußsein der Arbeiter zu einem zunehmenden Eindringen des Schachspiels auch in ihre Kreise. 1903 entsteht mit VORWÄRTS BRANDENBURG der erste Arbeiterschachverein. In den folgenden Jahren kommt es zu einer regelrechten Gründungswelle von Arbeiter-Schachvereinen als Gegengewicht zu den bürgerlichen Schachvereinen, in denen vorwiegend die sogenannten Honoratioren vertreten waren. Bereits am 7. und 8. April 1912 veranstalteten sie in Nürnberg einen großen Kongreß, auf dem der DEUTSCHE ARBEITER SCHACHBUND (DAS) gegründet wurde.

Nach dem Ende des I. Weltkriegs wurden auch im Bereich des heutigen Landes Niedersachsen zahlreiche Arbeiter-Schachvereine gegründet. Die starke Politisierung des gesellschaftlichen Lebens in der Nachkriegszeit verschonte auch die Schachvereine nicht. So wurde von den Arbeiter-Schachvereinen jegliche Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Schachvereinen strikt abgelehnt. Alle bürgerlichen Begriffe des Vereinsrechtes wurden vom DAS abgelehnt und durch die Bezeichnungen Gauleiter, Kreisleiter, Bezirksleiter und Ortsgruppenleiter ersetzt. Die Organisation der Arbeiterschachvereine war so perfekt, daß die sich später in den Machtkampf zwischen den bürgerlichen und den Arbeiter-Schachvereinen einschaltenden Nationalsozialisten diese im wesentlichen einfach übernahmen. Durch die Spaltung in Sozialisten und Kommunisten kam es auch bei den Arbeiter-Schachvereinen zu Auseinandersetzungen, die ab 1926 zum Ausschluß von Vereinen führten, die eine andere Ideologie hatten. 1928 spalteten sich die kommunistisch orientierten Vereine ab und gründeten einen eigenen Verband mit der Verbandszeitung Frei Schach. Das offizielle Organ der sozialistischen Arbeiter-Schachvereine war die Deutsche Arbeiterschachzeitung. Daneben gab s in sozialistischen und kommunistischen Tageszeitungen Schachspalten. In der hannoverschen Zeitung Volkswille leitete Hermann Lücke die Schachspalte, bei der Braunschweiger Zeitung Volksfreund war Robert Fischer und im Hildesheimer Volksblatt war A. Schrader entsprechend tätig. Der bekannte Problemkomponist Wilhelm Hagemann-Braunschweig (s.S. 275f.) leitete viele Jahre die Problemspalte der Deutschen Arbeiter Schachzeitung und war außerdem im Braunschweiger Bereich als Bezirksleiter tätig.

Die Denkweise und das Lebensgefühl der Arbeiter-Schachvereine kommt gut in folgender Vereinsnachricht des VEREINS ANDERTEN in der Arbeiter Schachzeitung von 1921 auf Seite 56 zum Ausdruck:

Wenn auch die Hoffnungen der eifrigen Freunde unseres Klubs, denselben zu einem festen Gefüge und einer Unentbehrlichkeit für alles schaffende Volk, um ihre Denkkraft zu heben und zu fördern ,nicht ganz erfüllt worden sind, so können wir doch hier mit Stolz die Wahrnehmung machen, daß sich unser edles Spiel bei der hiesigen Arbeiterschaft immer mehr und mehr einbürgert und verbreitet und bahnbrechend gegenüber allem Schund, Laster und Glücksspiel wirkt. Und daraus schöpfen wir neuen Mut zur weiteren Mitarbeit, um das geistige Niveau der organisierten Arbeiterschaft bis zum Höchsten zu vollenden.

Als Folge der Gleichschaltung aller Vereine durch die Nationalsozialisten und die Gründung des GROßDEUTSCHEN SCHACHBUNDES hörten die Arbeiter-Schachvereine 1933 praktisch auf zu existieren. Den von den Nationalsozialisten eingesetzten „Schachführern“ wurde empfohlen, bei der Aufnahme von Mitgliedern aus den ehemaligen im Klassenkampf stehenden Arbeiter-Schachvereinen äußerste Vorsicht walten zu lassen.

4) vgl. Beitrag „Schulschach“ in Manfred van Fonderns Lexikon für Schachfreunde



8. Literatur- und Quellenangaben


1. Protokollbuch der Schachfreunde Achim 1976 – 2001.

2. Fondern, Manfred van (Hrsg.): Lexikon für Schachfreunde. Luzern 1980.

3. Stroukal, Ernst: Schach - Die Kunst des Schachspiels. Hamburg 1996.

4. Satzung und Mitgliedsordnung der Schachfreunde Achim 1951 e.V., Achim 1988.

5. Niedersächsischer Schachverband e.V. (Hrsg.): 75 Jahre Niedersächsischer Schachverband e.V. 1924 – 1999, Hannover 1999.

6. Woelk, Ralf: Schach unterm Hakenkreuz.

7. Karlheinz Gerhold: Festschrift anlässlich des dreißigjährigen Bestehens der Schachfreunde Achim. Achim 1981.

8. Bremer Schachjugend (Hrsg.): Das Millenium-Info-Magazin für junge Schachspieler. Bremen 2000.

9. Gerhold, Karlheinz: 50 Jahre im Dienste der Jugend. Aus der Chronik des Stadtjugendringes Achim 1949 – 1999. Achim 1999.

10. Bielefeld, Edith/Gerhold, Karlheinz/Knof-Grotevent, Christiane: 125 Jahre Sozialdemokraten in Achim. Chronik der traditionsreichen Achimer Sozialdemokratie 1866 – 1991. Achim 1991.

11. Gerhold, Karlheinz: Zehn Jahre Schachjugend Achim. 1977 – 1987. Eine Pressedokumentation über die Aktivitäten der Jugendabteilung der Schachfreunde Achim 1951 e.V. Achim 1987.

12. Schachfreunde Achim (Hrsg.): Die Schachfreunde Achim in der Spielsaison 1987/88; 1988/89; 1989/90; 1990/91; 1991/92; 1992/93; 1993/94; 1994/95; 1998/99; 1999/2000.

13. Schachfreunde Achim (Hrsg.): Schachfreunde Achim. Die Schachzeitung der SF Achim. Daten. Fakten. Informationen über Spieler und Partien. Heft 1/1998; Heft 2/1999.

14. Josten, Gerhard: Ist Schach wirklich ein königliches Spiel? Seevetal 2001.




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