Schulschach in Achim verstärkt fördern!

02.05.2006 - von Karlheinz Gerhold


Alexander Jung absolvierte einen Lehrgang zum Erwerb des Schulschach-Patents



Jugendtrainer Alexander Jung
Alexander Jung, Leiter der erfolgreichen Jugendabteilung der Schachfreunde Achim und selbst als leidenschaftlicher Schachsportler in den Mannschaftsmeisterschaften des Landesschachbundes Bremen seit Jahren aktiv, absolvierte einen Lehrgang zum Erwerb des Schulschach - Patents. Das Seminar wurde von der Bremer Schachjugend und der Deutschen Schulschachstiftung organisiert und dient der Fortbildung der Leiter von Schulschacharbeits- gemeinschaften.

Nach dem Erwerb dieser Qualifikation ist Jungs erklärtes Ziel, das Schulschach an Achimer Schulen verstärkt zu fördern und die bestehenden Angebote zu erweitern. Zu diesem Zweck will Alexander Jung Kontakt aufnehmen zu den Lehrerkollegien und die Gründung weiterer Schach - Arbeitsgemein- schaften unterstützen. Unter anderem am Cato Bontjes van Beek - Gymnasium existieren bereits Schach-AG's; an der Grundschule Baden leitet der Schüler Alexander Bick eine solche Arbeitsgemeinschaft zur Erlernung der Regeln des Schachsports. An der Grundschule Uesen ist Michael Raatz seit Neuestem gleichermaßen aktiv.

Diese Aktivitäten könnten nach Ansicht von Alexander Jung vernetzt und optimiert werden. Dafür gibt es gute Gründe, wie Jung meint. Schulschach kann und sollte verstärkt eingesetzt werden zur Erreichung erzieherischer Ziele, wie Freude am Lernen, Freude am persönlichen Erfolg, Freude am eigenen Durchhaltevermögen, Erfahrung mit eigenen Stärken und erfolgreiche Auseinandersetzung mit eigenen Schwächen. Um diese Ziele erreichen zu können, liegen ausreichende Erfahrungen durch das Betreiben des Schulschachs vor. Der frühere Präsident des Deutschen Schachbundes Egon Ditt, schrieb schon 1996 über das "Königliche Spiel": "Das Schachspiel trainiert Fähigkeiten und Fertigkeiten, die keine Schule und keine Universität in ihren Ausbildungsgängen so ausgeprägt haben. Wir lernen beim Schach in kurzer Zeit eine gegebene Situation zu analysieren, zwischen mehreren Entscheidungsalternativen abzuwägen und schließlich die Entscheidung und deren Folgen auf uns zu nehmen. Wir begeben uns freiwillig in eine Stresssituation und lernen kühl und nüchtern zu handeln.


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Schach als Sport fasziniert Kinder, weil sie in dieser Welt des Geistes ernst genommen werden und weil sie unabhängig vom Alter nur an ihrem Spiel gemessen werden." Schach bietet den Lernenden ein ausgezeichnetes Training seiner geistigen Fähigkeiten, insbesondere Konzentrationsfähigkeit, folgerichtiges, Urteilsvermögen, Analysefähigkeit, logisches, räumliches, abstraktes, vorausschauendes und planendes Denken und Problemlösen. Beim Schach hat man alleine die Verantwortung für das Ganze. Die Komplexität und der rapide Wandel der modernen Welt stellen die allerhöchsten Ansprüche an das Vermögen und die Bereitschaft der Menschen, intellektuelle Herausforderungen zu bestehen und neuartige Probleme zu lösen. Hier kann die Ausübung des Schachsports mithelfen, Lust am Denken zu gewinnen. Denkerziehung und ihr Gelingen hängt sicher davon ab, dass die schulischen Angebote, aber auch die Freizeitangebote vorhanden sind. Das Erlernen und die Ausübung des Schachsports bieten ideale Möglichkeit, Problemlösungsstrategien zu erlernen, die in ihrer universellen Anwendbarkeit weit über das erfolgreiche Absolvieren einer Schachpartie hinausgehen. Der Berliner Professor Hans-Ludwig Freese hat diese Denkregeln zur Problemlösung und zur Entwicklung produktiven Denkens in 15 Empfehlungen zusammengestellt:



Diese Denkregeln sind beim Schachsport gerade idealtypisch einzusetzen, auch wenn die begrenzte Bedenkzeit im Turnierwettkampf dabei sicherlich gehörigen Zeitdruck erzeugt. Schließlich erfüllt Schach alle 32 Wesensmerkmale des Sports, nämlich:

Spielcharakter, Leistungsprinzip, Regelgebundenheit, Wettkampfform, Organisationsstruktur, Internationalität, körperliche Belastung, Zeitlimit, Gleichheit der Voraussetzungen, Konkurrenzcharakter, Zugänglichkeit für alle, Vorbereitung durch Training, Überwachung durch Schiedsrichter, Kondition, Ringen um das Ergebnis, Wechselbeziehung zwischen Körperlichem und Geistigem. Als Eigenschaften des Sports und eben auch des Schachsports gelten Belastbarkeit, Selbstbewusstsein, Toleranz, Konzentrationsfähigkeit, Willensstärke, Daueraufmerksamkeit, Strategievermögen, Motivation, Entschlusskraft, Phantasie, Mut zum Risiko, Geduld, Zuversicht, Lebensfreude, Einzelaktivität, Kanalisierung der Aggressivität.

Alexander Jung hofft bei seiner Initiative zur weiteren Förderung des Schulschachs jedenfalls auf die Unterstützung der Achimer Schulen. Natürlich kann das königliche Spiel auch im hiesigen Schachverein trainiert werden, und zwar montags ab 17.30 Uhr im KASCH.